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Naturschützer mahnen

Wald ist nicht gleich Wald

(NABU). Zum Tag des Waldes am Sonntag hat der Naturschutzbund Deutschland auf den geringen Anteil echter Naturwälder aufmerksam gemacht. Damit reagiert der NABU auf Meldungen, wonach die Waldfläche zugenommen habe. „Diese Nachrichten sind zwar auf den ersten Blick erfreulich, dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir es in Deutschland nur noch mit einem verschwindend geringen Anteil von weniger als ein Prozent echter Naturwälder zu tun haben“, so Präsident Olaf Tschimpke.


Echte Naturwälder unterscheiden sich deutlich von den Wirtschaftswäldern rund um unsere Städte und Dörfer: „Im Wirtschaftswald werden die Bäume bereits zwischen 80 und 140 Jahren geerntet, das klingt alt, in Wahrheit sind das aber noch wahre Jungspunde“, erklärte NABU-Waldexperte Johannes Enssle. Mit Blick auf den Artenschutz seien gerade mehrere hundert Jahre alte Bäume besonders wichtig. Hohle Stämme, Spechtlöcher, abgebrochene Äste und Faulstellen machten diese Baum-Greise erst so richtig wertvoll für die Natur, weil sie bis zu ihrem Zerfall tausenden von Lebewesen als Kinderstube und Nahrungsgrundlage dienten.

Der NABU fordert vor diesem Hintergrund, dass auch in unseren Wirtschaftswäldern wieder mehr Bäume richtig alt werden dürfen. In einigen Bundesländern sei die Notwendigkeit dafür bereits erkannt und Programme zur Förderung von Alt- und Totholz aufgelegt worden. Aus Sicht des NABU sind aber zusätzliche Maßnahmen nötig, denn nur auf Flächen, die mehrere 100 Hektar groß sind, kann sich eine echte Naturwalddynamik entwickeln. „Es ist nicht besonders glaubwürdig, von anderen Ländern zu fordern, dass sie ihre Regenwälder besser schützen sollen, wenn wir selber nicht in der Lage sind, auf einem kleinen Teil von mindestens fünf Prozent der Waldfläche Urwälder von morgen heranwachsen zu lassen“, so NABU-Präsident Tschimpke.

Weitere Informationen unter www.nabu.de


(Freitag, 19.03.)

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