Leuchtfeuer statt Gießkanne
Rupert Neudeck fordert Umdenken bei Entwicklungshilfe
Bremen (epd). Rupert Neudeck hat feste Länderpartnerschaften in der Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika angeregt. Es sei besser, die Hilfe auf ein paar souveräne Staaten zu konzentrieren und diese zu Leuchtfeuern zu machen, als nach dem Gießkannenprinzip zu verfahren, sagte der Gründer der Hilfsorganisation Grünhelme. So könnte etwa die Region Ruanda-Tansania-Uganda-Kenia Schwerpunkt der deutschen Entwicklungspolitik werden.
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Der Chef der Hilfsorganisation Grünhelme, Rupert
Neudeck, hat ein Umsteuern in der Entwicklungspolitik mit Afrika
gefordert. «Wir benötigen nicht unbedingt mehr Geld. Wir brauchen
drei oder vier Freunde in Afrika, mit denen uns eine ganz enge
Partnerschaft verbindet», sagte Neudeck in einem Gespräch mit der
evangelischen «Bremer Kirchenzeitung». Mit den europäischen Partnern
müsse sich Deutschland über die Schwerpunktländer verständigen.
So könnte etwa die Region Ruanda-Tansania-Uganda-Kenia Schwerpunkt
der deutschen Entwicklungspolitik werde, sagte Neudeck. «Ein
gemeinsamer Markt von drei oder vier Ländern könnte dort Großartiges
bewirken», betonte der 70-jährige Entwicklungsexperte und Gründer des
Notärzte-Komitees Cap Anamur. Es sei wichtiger, unter den 52
souveränen Staaten Afrikas einige starke Leuchtfeuer zu haben, «als
weiter nach dem Gießkannenprinzip zu verfahren».
Kleindarlehen, Bildung und Infrastruktur sind laut Neudeck
Hauptschlüssel zur Entwicklung in Afrika. Die deutsche Öffentlichkeit
sei zu sehr auf Krisen, Katastrophen und Epidemien fixiert. Dadurch
werde der Blick für Hoffnung und Zuversicht verstellt. «Afrika ist
anders: Während wir eine Greisengesellschaft werden, ist Afrika jung
und hat Kraft», sagte er. Die Überlebensfähigkeit und Freundlichkeit
der Menschen könnte wehleidigen Deutschen ein Vorbild sein.
(Mittwoch, 09.12.)
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