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Umstrittene Pläne

Städte- und Gemeindebund sieht Zivildienst gefährdet

Berlin/Köln (epd). Der Deutsche Städte- und Gemeindebund befürchtet eine Gefährdung des Zivildienstes infolge der geplanten Verkürzung auf sechs Monate. In dieser Zeit könnten die Zivildienstleistenden nicht mehr ausreichend qualifiziert werden, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Gerd Landsberg.


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Gerd Landsberg (Foto: Deutscher Städte- und Gemeindebund)

Damit bestehe die Gefahr, dass die Kommunen keine Zivildienststellen mehr zur Verfügung stellen. Dagegen unterstützt der Bundesbeauftragte für den Zivildienst, Jens Kreuter, die Pläne von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), die Verkürzung von Wehr- und Zivildienst schon in diesem Jahr umzusetzen.

«Die jetzt geplante Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate bringt verheerende Folgen für den Zivildienst und damit für die sozialen Dienste am Menschen mit sich», sagte Landsberg. Der Zivildienst stehe damit praktisch vor dem Aus. Die Ausbildung eines Zivildienstleistenden als Fahrer eines Krankenwagens, Rettungshelfer oder Betreuer von Schwerstbehinderten dauere in der Regel mehrere Monate. Allein die Städte und Gemeinden beschäftigten über 20.000 von insgesamt rund 90.000 Zivildienstleistenden in Deutschland.

Es sei illusorisch zu glauben, man könne genügend Freiwillige für eine verlängerte Dienstzeit finden, warnte Landsberg. Er schlug zugleich vor, die Einführung eines sozialen Pflichtjahres zu prüfen und damit den Zivildienst von der Wehrpflicht zu entkoppeln.

Der Zivildienst-Beauftragte Kreuter unterstützt hingegen die geplante Verkürzung des Zivildiensts ab August: «Aus einer rein zivildienstpraktischen Sicht kann ich jedenfalls kein Veto einlegen», sagte der Theologe und Jurist im Deutschlandfunk. Käme die geplante Verkürzung erst ab Januar 2011, dann würden Zivildienstleistende ihren Dienstbeginn entsprechend legen, wodurch es im Herbst diesen Jahres zu wenig besetzte Stellen gäbe. Zur Frage, ob ein sechsmonatiger Zivildienst noch sinnvoll sei, sagte Kreuter, solange es eine Wehrpflicht gebe, müsse es auch einen Ersatzdienst geben.

Kreuter hatte vor kurzem noch Bedenken mit Blick auf die Zivildienst-Verkürzung geäußert. Manche Träger könnten wegen des organisatorischen und finanziellen Aufwands aussteigen, da sich für sie eine solch kurze Dienstzeit nicht lohne, sagte er in einem epd-Gespräch Anfang März.

Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg (CSU) will die zum 1. Oktober dieses Jahres einberufenen Wehrpflichtigen schon nach sechs statt wie bisher nach neun Monaten wieder entlassen. Das Verteidigungsministerium plant, dieses Modell auch bei den Zivildienstleistenden anzuwenden, die ihren Dienst ab 1. August beginnen.


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(Freitag, 19.03.)

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