Internationaler Aktionstag
Stiftung fordert Gesetze gegen Genitalverstümmelung
Hannover (epd). Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung hat schärfere Gesetze gegen Genitalverstümmelung gefordert. Weltweit seien derzeitrund 140 Millionen Mädchen und Frauen an ihren Genitalien verstümmelt. Jedes Jahr kämen weitere drei Millionen hinzu, teilte die Stiftung anlässlich des InternationalenTages gegen Genitalverstümmelung (6. Februar) mit.
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| Foto: DSW |
Die meisten Opfer seien jünger als 15 Jahre. Wichtig sei Aufklärungsarbeit, um den Menschen mögliche Alternativen zu dem Ritual aufzuzeigen.
Genitalverstümmelung ist in insgesamt 28 afrikanischen Ländern meist südlich der Sahara verbreitet. Außerhalb Afrikas wird der Eingriff vor allem in arabischen Ländern wie Oman und dem Jemen praktiziert. In Europa und Nordamerika lassen Zuwanderer aus den entsprechenden Ländern ihre Töchter beschneiden, oftmals während eines Urlaubs in der Heimat.
Die Verstümmelung gilt als Ritual zur Aufnahme in die Gesellschaft. Hierbei wird die Klitoris teilweise oder vollständig ohne Narkose entfernt. Die Eingriffe werden meist von Laien mit Glasscherben oder Rasierklingen vorgenommen.
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sterben 25 Prozent der Mädchen und Frauen während des Eingriffs oder an seinen Folgen. Beim Eingriff kann es zu Schockzuständen, starken Blutungen und Infektionen kommen. Die Beschnittenen leiden teils lebenslang an den psychischen Folgen, an chronischen Schmerzen etwa beim Wasserlassen oder während der Menstruation, oder sie werden unfruchtbar. Neugeborene von beschnittenen Frauen sterben öfter.
Infos: www.weltbevoelkerung.de
(Freitag, 05.02.)
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