Tausende Paramilitärs aktiv
Welle der Gewalt erfasst Kolumbien
Buenos Aires (epd). Die Gewalt im Bürgerkriegsland Kolumbien geht nach Angaben von "Human Rights Watch" zunehmend von neu gegründeten paramilitärischen Gruppen aus. Die rechtsgerichteten Kampfverbände seien für die steigende Zahl der Gräueltaten im Land verantwortlich, heißt es in einem neu vorgestellten Bericht der Menschenrechtsorganisation.
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Die neuen Banden stünden in der Nachfolge der inzwischen aufgelösten paramilitärischen Verbände, die von Großgrundbesitzern gegründet wurden, sagte der Amerika-Direktor von "Human Rights Watch", José Miguel Vivanco. Unter dem Titel "Die Erben der Paramilitärs: Das neue Gesicht der Gewalt in Kolumbien" fasst der 122-seitige Bericht die Ergebnisse einer zweijährigen Untersuchung zusammen.
Neue paramilitärische Gruppen sind demnach in 24 der 32 kolumbianischen Provinzen aktiv, ihre Mitgliederzahl werde offiziell auf 4.000 geschätzt, hieß es.
"Human Right Watch" geht aber von 10.000 Kämpfern aus. Ständig würden neue Mitglieder rekrutiert, verhaftete Anführer rasch durch neue ersetzt und die Einsatzgebiete erweitert.
Die Regierung von Präsident Álvaro Uribe hatte die rechtsextremen Paramilitärs zwischen 2003 und 2006 offiziell entwaffnet. Nach Regierungsangaben wurden 30.000 Kämpfer demobilisiert. Die Einheiten seien aber recht schnell durch neue Gruppen ersetzt worden, erläuterte Vivanco. Nahezu alle neuen Führungskräfte hätten früher den berüchtigten "Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens" (AUC) angehört.
Den AUC-Gruppen werden Massaker an der Zivilbevölkerung, Drogenhandel und Geiselnahmen zur Last gelegt. Die Verbände wurden in den 80er-Jahren von Großgrundbesitzern gegründet, um gegen die linksgerichtete Guerilla zu kämpfen. Der blutige Bürgerkrieg in Kolumbien zwischen Armee, Guerillagruppen und Paramilitärs herrscht seit mehr als 40 Jahren.
(Freitag, 05.02.)
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