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Haiti

Viele Arzneimittelspenden sind überflüssig

Bonn/Port-au-Prince (epd). Zahlreiche Arzneimittelspenden für Haiti sind nach Angaben von Helfern völlig überflüssig. "Leider wurden auch Unmengen von Arznei und Material angekarrt, die kein Mensch hier braucht", bedauerte Carina Jochum von "Apotheker ohne Grenzen" in einem epd-Gespräch.


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Zur Versorgung der Überlebenden nach dem verheerenden Erdbeben sei eine standardisierte Zusammenstellung von Arzneimitteln wie Antibiotika und Schmerzmitteln nötig. Zudem würden Verbandsmaterialien und Wasserentkeimungstabletten nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation gebraucht.

Wie Hunderte internationaler Helfern versuchen vier Pharmazeuten von "Apotheker ohne Grenzen" die Überlebenden des Erdbebens vom 12. Januar zu unterstützen. Sie helfen vor allem bei der Verteilung von Medikamenten und der Inventarisierung der Vorräte in der Zentralapotheke, erläutert Jochum. "Wir sollen Ordnung im Chaos schaffen."

Die Zustände im Katastrophengebiet seien nach wie vor dramatisch, sagte die Apothekerin, die für drei Wochen in Haiti ist. "Hier steht nichts mehr, die Menschen schlafen und leben auf der Straße im puren Dreck." Der Bedarf an medizinischer Hilfe sei groß, betont die 35-Jährige. Neben Brüchen und anderen Verletzungen litten viele Menschen auch unter posttraumatischen Belastungsstörungen.

Insgesamt hätten sich die Menschen aber in ihrem Leben auf der Straße eingerichtet und fingen an, sich im Schutt eine neue Existenz aufzubauen. "Jeder versucht, irgendwie weiterzuleben, trotz der Trostlosigkeit, trotz all des Staubes, der sich über alles gelegt hat."

Die Organisation "Apotheker ohne Grenzen e. V." mit Sitz in München schickt nach eigenen Angaben nicht nur Personal, sondern auch Medikamente und Verbandsmaterial nach Haiti. Der im Jahr 2000 gegründete Verein zählt über 800 Mitglieder.

Internet: www.apotheker-ohne-grenzen.de


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(Mittwoch, 03.02.)

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