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WWF fordert Umdenken

Buchenwälder sind schwer geschädigt

(WWF). Der Zustand der deutschen Buchenwälder hat sich innerhalb nur eines Jahres dramatisch verschlechtert. Das ist das Ergebnis des Waldzustandsberichtes der Bundesregierung, der heute vorgelegt wurde. Der WWF-Waldexperte Johannes Kirchgatter fordert ein schnelles Umdenken in der Waldwirtschaft.


Bild zur Nachricht

Der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen stieg 2009 um 20 Prozentpunkte auf 50 Prozent.

"Nach der Eiche ist nun mit den Buchenwäldern ein weiteres symbolträchtiges Naturerbe schwer erkrankt" so WWF Waldexperte Johannes Kirchgatter. "Die drastische Verschlechterung des Zustandes der Buche ist ein Alarmsignal, welche Auswirkungen eine dauerhafte Erwärmung auf die deutschen Wälder insgesamt haben wird".

Die Buche ist deshalb so geschädigt, weil die letzten warmen Jahre zu einer extremen Fruchtbildung geführt haben, die die Bäume schwächt. Buchenwälder haben Deutschland einst zu zwei Dritteln geprägt. Von der ursprünglichen Verbreitung der Buchenwälder sind heute nur noch etwa vier Prozent erhalten. Im thüringischen Hainich und im hessischen Kellerwald wurden wertvolle Buchenwälder als Nationalparks ausgewiesen, damit sie wieder zu einem Urwald werden.

Auch der Zustand der deutschen Eiche ist nach wie vor kritisch und hat sich nur leicht gebessert. Der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen ist von 52 auf 48 Prozent zurückgegangen. Insgesamt ist der Zustand des gesamten deutschen Waldes als leicht verbessert einzustufen, ihm geht es aber nach wie vor schlecht. Noch immer ist er weit von dem Zustand entfernt, den er vor dem dramatischen Trockenjahr 2003 hatte.

"Auch wenn sich der Zustand einiger Baumarten leicht verbessert hat, der deutsche Wald bleibt krank", so Johannes Kirchgatter. "Wir müssen in der Waldwirtschaft umdenken, unsere Wälder naturnäher bewirtschaften und die Schadstoffeinträge aus Landwirtschaft und Industrie reduzieren. Ansonsten wird der deutsche Wald noch anfälliger für die Folgen der Erwärmung durch den Klimawandel".

Als Instrument einer nachhaltigen Wald- und Holzwirtschaft empfiehlt der WWF eine Bewirtschaftung der Wälder nach dem Standard des Forest Stewardship Council (FSC). Auch Verbraucher können sich am FSC-Siegel orientieren und dadurch Wälder schützen: FSC-zertifizierte Produkte sind inzwischen großflächig im Handel erhältlich.


(Freitag, 22.01.)

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