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Hartz-IV-Berichterstattung

Verband wirft der "Bild"-Zeitung Manipulation vor

Berlin (epd). Der Paritätische Wohlfahrtsverband erhebt schwere Vorwürfe gegen die "Bild"-Zeitung. Die Berechnungen, die die Zeitung unter der Überschrift "Macht Hartz IV faul?" in ihrer Freitagsausgabe veröffentlicht hat, seien allesamt falsch und in der deutlichen Absicht manipuliert, Stimmung gegen Hartz-IV-Bezieher zu machen, erklärte der Verband. Der Verband habe deshalb den Deutschen Presserat angerufen.


Bild zur Nachricht
Das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin, Sitz der "Bild"-Redaktion

Auch der DGB nannte den "Bild"-Bericht eine "bodenlose Frechheit". "Offenbar soll die Demontage des Sozialstaats vorbereitet werden", so der Gewerkschaftsbund. Der Paritätische Wohlfahrtsverband wirft der Zeitung vor, bei den Vergleichsrechnungen zwischen dem verfügbaren Einkommen von Familien im Hartz-IV-Bezug und Haushalten von Geringverdienern wichtige Einkommensquellen systematisch unterschlagen zu haben. Das Wohngeld und der Kinderzuschlag seien in allen Fällen ignoriert worden, obwohl sie den Arbeitnehmerfamilien zustünden. Die unterschlagenen Leistungen summierten sich in einzelnen Beispielrechnungen auf über 700 Euro.

"In Wirklichkeit ist der Lohnabstand bei allen dargestellten Haushalten gewahrt", sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. Er wirft der Zeitung "verantwortungslose Stimmungsmache" vor. Laut DGB-Vorstand Annelie Buntenbach "dient das Gerede vom Lohnabstand zwischen Hartz IV und Vollzeitarbeit allein dazu, den Druck auf die Löhne insgesamt zu erhöhen". Die Politik sei jetzt in der Pflicht, den Niedriglohnsektor und damit Minijobs, Leiharbeit und unfreiwillige Teilzeitarbeit einzudämmen.

Foto: Wikipedia, Johann H. Addicks


pfeil  Fünf Jahre Hartz IV: Verbände setzen sich für sozialpolitischen Neuanfang ein

(Freitag, 22.01.)

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