Anwältin der Abgelehnten
Bundesverdienstkreuz für Traudl Vorbrodt
Berlin (epd). Die Berlinerin Traudl Vorbrodt hat für ihr langjähriges Flüchtlings-Engagement das Bundesverdienstkreuz erhalten. Die 70-jährige gelernte Krankenschwester arbeitet unter anderem in der Berliner Härtefallkommission, die sich mit dem Schicksal abgelehnter Asylbewerber beschäftigt. Bei der Verleihung forderte Vorbrodt die Behörden auf, mehr Humanität bei ihren Bleiberechts-Entscheidungen zu zeigen.
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Überreicht wurde Traudl Vorbrodt die Auszeichnung von Berlins Innensenator
Ehrhart Körting (SPD), der für die Ausländerpolitik in der
Bundeshauptstadt zuständig ist und zugleich über die Empfehlungen des
Gremiums zu entscheiden hat.
Zur Begründung hieß es unter anderem, Vorbrodts Engagement sei
bundesweit für viele Menschen zum Vorbild geworden. Sie habe dazu
beigetragen, dass in Deutschland ein Umdenken in der Ausländer- und
Integrationspolitik erfolgt sei.
Vorbrodt forderte bei der Verleihung der Auszeichnung von den
zuständigen Behörden mehr Humanität bei ihren Entscheidungen über
Schicksale von Flüchtlingen. Junge Menschen forderte sie auf, sich
einzumischen, «wenn sie mit Egoismus oder gar Ethnozentrismus
konfrontiert werden».
«Keiner hat das Recht zu gehorchen», zitierte Vorbrodt einen Satz
der Philosophin Hannah Arendt. «Wer nur gehorcht, denkt nicht selbst
nach und lässt andere für sich denken.» Die gelernte Krankenschwester
war bereits 1995 zusammen mit ihrem Mann Eberhard mit dem Berliner
«Band für Mut und Verständigung» ausgezeichnet worden.
(Mittwoch, 25.02.)
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