Selbsthilfe-Beratung gefährdet
Selbsthilfeverband entsetzt über Mittelkürzung
(Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen). Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen (DAG SHG) hat das Familienministerium aufgefordert, die bundesweiten NAKOS-Beratungsstellen für Selbsthilfegruppen weiter zu fördern. Die NAKOS-Büro seien ein "wesentliches Fundament für das bürgerschaftliche Engagement", sagte Professor Raimund Geene, Vorstand dre DAG SHG. Das Ministerium will die Förderung ab 2009 einstellen.
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BMFSFJ muss die Streichung der Projektmittel der NAKOS rückgängig machen!
Stellungnahme der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG) anlässlich der bundesweiten Fachtagung „Dort, wo die Menschen leben – Brücken bauen, Netze bilden, Kooperationen stärken: Selbsthilfe in der Gemeinde“ vom 25. bis 27. Juni 2008 in Würzburg
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat mitgeteilt, die Förderung der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) ab 2009 nicht fortzuführen. Das ist auf der Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG) in der vergangenen Woche auf völliges Unverständnis und große Sorge gestoßen. Die 150 bei der Tagung versammelten
Vertreter/innen von Selbsthilfekontaktstellen, aus dem Bereich des bürgerschaftlichen Engagements und aus der Wissenschaft protestierten einstimmig gegen diese fatale Ankündigung, die eine jahrelange anerkannte Entwicklungsarbeit der Selbsthilfe bedroht.
Das angekündigte Aus der Projektförderung für die NAKOS stellt die Bemühungen des BMFSFJ mit seiner Initiative ZivilEngagement vollständig auf den Kopf, denn das fach- und ressortübergreifende Wirken der NAKOS im Feld der Selbsthilfe ist ein wesentliches Fundament für das bürgerschaftliche Engagement in Deutschland. Dazu stellte Prof. Dr. Raimund Geene, Vorstand der DAG SHG, fest: „Offenbar ist dem Ministerium mehr an kurzfristigen öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten gelegen. Wer aber tatsächlich bürgerschaftliches Engagement nachhaltig stärken will, muss nach dem Motto „Wer unterstützt, wird unterstützt“ die NAKOS als bundesweite Infrastruktur- und Vernetzungseinrichtung stärken,
statt Fördergelder zu streichen!“
Für Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstellen ist die fach-, themen- und trägerübergreifende Koordination der NAKOS im Feld des bürgerschaftlichen Engagements unverzichtbar. Die Querschnittszuständigkeit für das bürgerschaftliche Engagement liegt beim Bundesfamilienministerium. Seit 1992 hat es durch Förderung von Projekten die wertvolle Aufbauarbeit der NAKOS für die Selbsthilfe in Deutschland mit ermöglicht. Dass dies nun beendet werden soll, ist völlig unverständlich und muss schnellstmöglich revidiert werden.
Mehr Infos unter www.dag-shg.de/site/data/DAGSHG_Kommentar_InitZivilEng2007.pdf und www.dag-shg.de/site/data/DAGSHG/NAKOS-INFO94-StellungnahmeZivilEngagement.pdf sowie www.dag-shg.de.
In Deutschland sind ca. 3 Millionen Menschen jeder Altersgruppe in annähernd 100.000 Selbsthilfegruppen aktiv. Die Problemstellungen reichen von A wie Abhängigkeit, Adoption oder Asthma bis Z wie Zahnbehandlungsschädigungen, Zwangsstörungen oder Zwillingselternschaft. Das Spektrum der Aktivitäten und Anliegen ist breit; es umfasst Aspekte der gesundheitlichen und sozialen Versorgung, von Familie, Arbeit, Freizeit, Mobilität, Schule, Ausbildung usw.
Eine besondere Service- und Netzwerkrolle erhält die NAKOS durch die Belange der ca. 280 zurzeit bestehenden örtlichen Selbsthilfekontaktstellen und deren Landesarbeitsgemeinschaften. Die Unterstützungsleistungen dieser Selbsthilfekontaktstellen (Information, Organisationshilfe, Beratung) erstrecken sich auf ca. 38.000 gesundheitsbezogene, familienbezogene, psychosoziale
und soziale Selbsthilfegruppen. Sie richten sich ebenso an interessierte Bürger/innen und an kooperierende Fachleute, Multiplikatoren der Selbsthilfe und zivilgesellschaftliche Organisationen.
(Donnerstag, 03.07.)
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