Neue Interessenvertretung
Pflegende Angehörige gründen Lobby
Bremen/Hamburg (epd). Pflegende Angehörige aus Bremen und Hamburg haben die nach ihren Angaben erste bundesweite Interessenvertretung für ihre Gruppe gegründet. Der Verein "Wir pflegen" wolle als Ansprechpartner für die Politik pflegenden Angehörigen zu mehr Wertschätzung und Mitspracherechten verhelfen, sagte Vorstandsmitglied Reinhard Leopold dem epd.
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Zwar gebe es in Dutschland vielfältige Unterstützung auf lokaler Ebene.
Eine bundesweite Lobby habe aber bisher gefehlt. "Sieben von zehn pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden zu Hause von Angehörigen oder Freunden gepflegt", erläuterte Leopold. Viele der Pflegenden fühlten sich allein gelassen, seien schlecht
informiert über Hilfsmöglichkeiten und mit der Pflege überfordert. In
dieser Situation sei das Risiko, selbst zu erkranken, deutlich
erhöht. "Zudem können Pflege und Erwerbstätigkeit häufig schlecht
vereinbart werden", ergänzte Leopold.
Die Pflegereform sei weitgehend ohne eine Beteiligung pflegender
Angehöriger diskutiert und geplant worden, kritisierte die
Medizinsoziologin Hanneli Döhner. In einigen europäischen Ländern wie
etwa in Finnland oder den Niederlanden, in denen schon länger
Lobbyorganisationen aktiv seien, stünden die Belange pflegender
Angehöriger höher auf der politischen Tagesordnung als in
Deutschland. Döhner leitet am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
den Arbeitsschwerpunkt Sozialgerontologie.
Internet: www.wir-pflegen.net
(Dienstag, 01.07.)
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