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Aachener Friedenspreis

Preis für Pfarrer, Fraueninitiative und Wissenschaftler

Aachen (epd). Der Aachener Friedenspreis würdigt in diesem Jahr den Einsatz für ein friedliches Zusammenleben in Nahost und die Entwicklung der zivilen Konfliktbearbeitung. Die Auszeichnung geht an den Bethlehemer evangelischen Pfarrer Mitri Raheb (Foto), die israelische Fraueninitiative MachsomWatch sowie den Frankfurter Politologen und Bügerrechtler Andreas Buro, wie der Friedenspreis-Verein heute mitteilte.


Bild zur Nachricht
Erhält den Aachener Friedenspreis: Mitri Raheb

Buro gilt als eine herausragende Persönlichkeit der deutschen Friedensbewegung. Verliehen wird die mit 1.000 Euro pro Preisträger dotierte Auszeichnung am 1. September, dem Antikriegstag.

Raheb und den Frauen von MachsomWatch werde der Preis gemeinsam verliehen, «um ein Signal des Dialogs und der Hoffnung auf eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts auszusenden», erklärte der Vorsitzende der Friedenspreis-Initiative, Otmar Steinbicker. MachsomWatch ist eine 2001 gegründete Freiwilligenorganisation israelischer Frauen. Sie kontrolliert an rund 30 der 580 Kontrollposten der israelischen Armee das Verhalten von Soldaten und Polizisten im Umgang mit Palästinensern.

Die israelische Regierung behaupte, die Sperren dienten der Sicherheit Israels, sagte Steinbicker. «Tatsächlich sind sie dazu gemacht, die Palästinenser zu unterdrücken.» Die allermeisten Posten lägen mitten im besetzten Gebiet und erschwerten den Palästinensern den Zugang zu medizinischer Versorgung, Schulen und Angehörigen. Mit ihrem gewaltfreien Protest verteidigten die Frauen von MachsomWatch die Menschenrechte der Palästinenser.

Den Pastor an der evangelisch-lutherischen Weihnachtskirche in Bethlehem, Mitri Raheb, nannte Steinbicker «einen der Hoffnungsträger in der Region». Der in Bethlehem geborene evangelische Pfarrer studierte und promovierte an der Universität Marburg. Seit 15 Jahren trete Raheb für seinen Traum vom friedlichen Zusammenleben von Juden und Palästinensern ein, sagte Steinbicker. Über seine Aufgaben als Pfarrer hinaus habe der 45-jährige Theologe mit seiner Gemeinde Bildungseinrichtungen, ein Begegnungszentrum und touristische Betriebe für internationale Gäste aufgebaut.

Andreas Buros Biographie liest sich nach Steinbickers Worten wie die Geschichte der deutschen Friedensbewegung nach 1945. «Er war bei allen wichtigen Etappen dabei, manche - wie den Ostermarsch - hat er mit initiiert.» Wichtigster Beitrag des 79-jährigen Politikwissenschaftlers sei die Entwicklung der zivilen Konfliktbearbeitung als Alternative zu Militäreinsätzen. Dazu habe Buro «Monitoring-Dossiers» für die Konfliktregionen Iran, Türkei/Kurdistan und Israel/Palästina vorgelegt.

Der Aachener Friedenspreis wird seit 1988 an Menschen verliehen, die sich an der Basis für Frieden und Völkerverständigung einsetzen.

Internet: www.aachener-friedenspreis.de


(Donnerstag, 08.05.)

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