Kampagne gegen Sportartikelindustrie
Virtueller Fackellauf unterstützt Arbeitsrechte
(Kampagne Saubere Kleidung). Startschuss für den Protestsommer: Weil Sportartikelhersteller mitunter Arbeitsrechte mit Füßen treten, macht seit einer Woche eine ungewönhnliche Protestaktion im Internet auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam. Über 150 Gewerkschaften und NGOs haben einen digitalen Fackellauf für Arbeitsrechte gestartet, der heute Deutschland erreicht.
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Nicht nur in Tibet werden die Menschenrechte mit Füßen getreten. Auch die Millionen ArbeiterInnen, die Trikots und Sportschuhe für das Internationale Olympische Komitee (IOC), sowie für adidas, Puma und Nike produzieren, schuften unter unmenschlichen Bedingungen. Um auf die Ignoranz und Ausbeutung der Sportartikelgiganten aufmerksam zu machen, senden seit einer Woche täglich Hunderte AktivistInnen eine virtuelle Flamme der Arbeitsrechte in Richtung Peking. Mit Ankunft der Flamme in Deutschland startet auch die Kampagne für 'Saubere' Kleidung (CCC) offiziell in den Protestsommer.
13 Stunden am Tag, bei einem Stundenlohn von 20 Cent. Verbot von Toilettengängen, um die Produktion fristgerecht beenden zu können, Bestrafungen bei Zuwiderhandlungen. Trotz Veröffentlichung der erschreckenden Arbeitsbedingungen in Fabriken, welche die Lizenzprodukte des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) produzieren dürfen, weigert sich die weltweit größte Sportinstitution, Verantwortung zu übernehmen. Einmal mehr zeigt sich, dass weder die Arbeits- noch die Menschenrechte das Land der Mitte bis zum Beginn der Spiele erreichen werden. Deswegen startete die internationale Kampagne Play Fair, ein weltweiter Zusammenschluss von über 150 Gewerkschaften und NGOs, einen digitalen Fackellauf für Arbeitsrechte.
Die virtuelle Fackel, die am 24. März in Amsterdam "entzündet" wurde und seither per email, sms und bluetooth westlich und östlich über den Globus geschickt wird, fordert vom IOC-Präsidenten Jacques Rogge endlich zu handeln. "Wir freuen uns sehr, dass die Flamme nun auch in Deutschland angekommen ist und werden sie heute um 14:00 Uhr in Hannover öffentlichkeitswirksam begrüßen," so Johanna Fincke, Koordinatorin der Sport-Kampagne der CCC.
Doch nicht nur das IOC wird im Rahmen der Kampagne "Arbeitsrechte weltweit: Play Fair - jetzt!" am Pranger stehen, sondern auch die Sportartikelhersteller adidas, Puma und Nike. Um die dunkle Seite der glänzenden Werbewelt um Olympia und der Fußball-Europameisterschaft zu zeigen, berichtet Anfang Mai eine Zeugin aus El Salvador von aktuellen Arbeitsrechtverletzungen bei adidas und Puma-Zulieferern und stellt die Ergebnisse ihrer Recherchen vor.
Internet: www.ci-romero.de und www.catchtheflame.org
(Montag, 31.03.)
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